Der Weltcup-Auftakt in Mona YongPyong ist im Kasten. Es war eine Reise ins Ungewisse auf eine neue Strecke, die durch ihre olympische Vergangenheit eine ganz spezielle Energie hatte. Sportlich gesehen kehre ich allerdings mit gemischten Gefühlen aus Südkorea zurück.
Ich bin ehrlich zu mir selbst: Die Ränge 29 im Short Track und 15 im Cross-Country entsprechen nicht meinen Erwartungen, welche ich für diesen Weltcup-Start hatte. Ich reiste mit Selbstvertrauen nach Korea. Vor allem, weil mir die Vorbereitungsrennen gelungen sind und ich zweimal als Sieger auf dem Podest stehen durfte. Diesen Schwung wollte ich unbedingt nach Korea mitnehmen.
Ein Rückschlag, den ich einordne
Der Short Track am Freitag war intensiv – ein extrem schnelles Rennen, der Staub ständig in der Luft. Unter diesen Bedingungen ist ein Thema wieder aufgekommen, von dem ich nach den Vorbereitungsrennen ausgegangen bin, es im Griff zu haben: die Atmung.
Ich werde darum weiter daran arbeiten und einen Weg finden müssen, damit umzugehen. Solche Bedingungen werden auch künftig Teil von gewissen Rennen sein. Den Kopf in den Sand zu stecken, ist keine Option. Im wahrsten Sinne des Wortes! 😉
Die Suche nach dem Flow
Auf das Hauptrennen am Sonntag folgte der Regen – eigentlich Bedingungen, die ich mag und in denen ich meine Stärken ausspielen kann. Entsprechend habe ich mich sehr auf das Rennen gefreut. Gleichzeitig war das Short-Track-Rennen vom Freitag noch präsent und hat am Selbstvertrauen gekratzt. Ich weiss, dass ich bei Regenbedingungen stark bin – trotzdem waren gewisse Zweifel da, die ich nicht ganz ausblenden konnte.
Auf der Strecke hat sich dann folgendes Bild gezeigt: Ich habe nie richtig in den Flow gefunden und war selten in der Position, das Rennen aktiv mitzugestalten oder wirklich Druck zu machen. Rückblickend hat dabei wohl genau dieses Selbstvertrauen gefehlt, um mich unter diesen Bedingungen durchzusetzen – sei es schon in der Startphase, die richtigen Lücken zu finden, oder später in den Aufstiegen den «Riecher» zu haben, wo man die beste Traktion hat um möglichst viel fahren zu können. Auch in den Abfahrten war ich spürbar verkrampft – und genau das ist Gift für ein Rennen, in dem es darum geht, den Flow zu haben.
Ich muss ganz klar sagen: Das kann ich besser!
Trotzdem war es ein sehr spezielles Rennen. So viel laufen in einem Rennen musste ich in meiner Karriere noch nie. Auch früher nicht. Nicht mal im Cyclocross! Ich hätte nicht gedacht, dass eine Strecke bereits nach einer Regennacht so verändert sein kann. Ich bin sehr erstaunt, dass man das nicht vorausgesehen hat. Nicht das Wetter, sondern wie sich die Bodenbeschaffenheit entwickelt. Aber das ist das Ergebnis, wenn auf einer Strecke vorher nie Rennen stattgefunden haben. Klar, es hätte dann auch regnen müssen, um diese Erkenntnis zu erhalten. Ich hoffe jedoch, dass das Rennen nächstes Jahr wieder stattfinden wird und die Aufstiege so präpariert sein werden, dass sie auch bei Regen fahrbar sind. Denn die Strecke ist sehr cool angelegt – auch vom Profil her. Selektiv und komplett gegen den Trend, den wir 2025 auf jeder Weltcup-Strecke gesehen haben, das fand ich sehr positiv.
Nach vorne schauen
Ich versuche, das Erlebnis in Bezug auf die Resultate nicht zu stark zu gewichten. Gleichzeitig nehme ich das positive Gefühl aus den Wochen davor mit – das war das Resultat von guten Rennen und guten Werten im Training. Genau darauf will ich mich fokussieren.
In wenigen Tagen geht es weiter nach Nove Mesto zum ersten Europa-Weltcup. Mein Ziel ist es, dort wieder mit einem positiven Gefühl am Start zu stehen – auch wenn mich in den letzten Tagen noch eine Erkältung begleitet hat.
Danke für euren Support, auch wenn es mal nicht nach Plan läuft. Das bedeutet mir viel!
Euer Math
